Warum Vorsätze für das neue Jahr nicht funktionieren und ich stattdessen 3 Wörter für 2017 gewählt habe.

Jedes Jahr entweder ein paar Stunden vor dem Jahreswechsel oder kurz danach (bzw. sobald der Kater überstanden ist) machen wir uns mit neuen Vorsätzen für das bevorstehende Jahr verrückt.

  • “Ich werde in den nächsten 3 Monaten 8 Kilo abnehmen”
  • “Dieses Jahr bin ich aber beim Marathon dabei”
  • “Das kommende Jahr wird DAS Jahr”
  • “Ich bin so sicher, dass ich dieses Jahr endlich meinen scheiß Job kündigen werden”
  • “Dieses Jahr werde ich alle 2 Wochen mit meiner besten Freundin in den USA skypen”
  • “Das war die letzte Zigarette…”
  • UND SO WEITER

Eventuell kommt dir das bekannt vor.

Mir kommt es auf jeden Fall bekannt vor und ich kann mich sicherlich mit einigen Punkten davon identifizieren. Die ToDo Liste mit großen Vorhaben wird ab dem 1. oder 2. Januar jeden Jahres immer unendlich lang bzw. gewinnt an immenser Wichtigkeit.

Nach 1 bis 2 Monaten ist aber in der Regel Essig. Das heißt, die “guten” Vorsätze sind aus dem Fenster und Du bist wieder zurück bei deinen alten Gewohnheiten und Mustern.

Vielleicht geben wir diesen Vorsätzen zu viel Gewicht und Bedeutung?
Vielleicht sind sie nicht konkret genug?
Vielleicht sind sie unrealistisch und nicht so schnell umsetzbar?

Warum auch immer, die meisten von uns setzen die Vorsätze für’s neue Jahr NIE um.

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Eine andere Herangehensweise

Von einem Unternehmer und Public Speaker namens Chris Brogan habe ich von einer anderen Methode und Herangehensweise erfahren. “3 Wörter” nennt er diese. Chris definiert seinen gedanklichen Rahmen und Handlungsspielraum mit diesen 3 Wörtern, die er Jahr für Jahr neu definiert.

Das Schlüsselwort ist hier vermutlich SPIELRAUM. Denn darum geht es auch.

Die Kombination aus diesen 3 Wörtern eröffnet neue Möglichkeiten, mit Vorsätzen und Vorhaben umzugehen. Der Rahmen ist nicht zu eng und nicht zu weit gesteckt. Es ist Platz für Interpretation und doch steckt eine gewisse Genauigkeit und Linie hinter jedem einzelnen Wort.

Ich fand die Idee super und habe mich von ihr inspirieren lassen, für 2017 einmal das Gleiche auszuprobieren.

Was gibt es denn schon zu verlieren? Die normalen jährlichen ‘guten Vorsätze’ setze ich doch sowieso nicht um…

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Meine 3 Wörter für 2017!

Ich habe mich für folgende 3 Wörter entschieden, die bei mir 2017 gedanklicher und aktiver Leitfaden sein werden:

Fokus
Fortschritt
Freunde

Die 3 ‘Fs’ zu Anfang sind fast schon ein Zufall. Klingen aber auch gut.

Warum diese Wahl? Lass mich ein wenig erklären:

Fokus – Mein Persönlichkeitstyp (Kreativer und Entdecker) lässt es mich schwer fallen, an nur EINER Sache zu arbeiten. Ich habe ständig dutzende Ideen. Äussere Einflüsse lösen bei mir Tatendrang aus. Meine Kreativität lässt mich jedes Projekt von 10 Blickwinkeln aus untersuchen und mein Hang zu Perfektion stellt mir immer wieder Steine (Felsen) in den Weg, wenn es um’s Fertigstellen geht. Deshalb ist Fokus, was ich auch mit Prioritäten setzen verbinde, dieses Jahr ganz oben auf der Liste. Ich möchte mich auf weniger Dinge (Projekte, Orte, Tätigkeiten etc.) konzentrieren aber dafür intensiver mit diesen beschäftigen. Fokus bedeutet für mich auch mehr Ruhe, Ausgeglichenheit und Aufmerksamkeit.

Fortschritt – Mit dem Fokus kommt der Fortschritt. Es gibt einen Hauptweg, der sich zwar immer wieder ändert, aber übergeordnet, mit Bewegung und Moment gefüllt ist. Anstatt 5 Mal nach links und 5 Mal nach rechts zu laufen und am Ende wieder am gleichen Punkt zu erscheinen, bedeutet Fortschritt für mich im wahrsten Sinne des Wortes VORANKOMMEN. Das nächste Level zu erreichen. Zu reifen. Für entsprechenden Einsatz auch Resultate zu sehen (manchmal positive, manchmal negative). Inhaltlich und geistig zu wachsen.

Freunde – Mein Lebensstil hat manchmal die Einschränkung, dass ich nicht so oft einfach die Strasse runterlaufen kann und an die Tür meines besten Freundes oder der Familie klopfen kann. Oft liegen 5, 8 oder 12 Stunden Flug dazwischen. Menschliche und zwischenmenschliche Beziehungen sind aber so unentbehrlich für unser geistiges Wachstum und unser emotionales Gleichgewicht, dass wir ohne sie verkümmern würden. Deshalb ist es für mich umso wichtiger, pro-aktiv zu handeln und bewusst Zeit für Freunde und Familie einzuplanen, auch wenn es “nur” 30 Minuten auf Skype sind. Ebenso mehr Zeit für bestehende, alte und gute Freundschaften aufzubringen.

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Ich bin gespannt, wie sich mein Jahr und auch dein Jahr entwickelt.

Welche 3 Wörter hast Du, falls Du dieses Konzept teilst und ausprobieren willst? Teile deine 3 Wörter unten in den Kommentaren! Ich bin gespannt.